Ärzte bei einer Tumorchirurgie Operation

Tumorchirurgie

Weichteilgeschwülste finden sich am häufigsten an den Gliedmaßen und dem Rumpf. Der Begriff „Tumor“ bedeutet „Schwellung“ oder „Geschwulst“ und macht zunächst keine Unterscheidung darüber, ob ein Geschwulst „gutartig“ (= „benigne“) oder „bösartig“ (= „maligne“) ist. Eine sichere Entscheidung hierüber kann meist erst durch eine Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop erfolgen. Hierfür ist erforderlich, dass im Rahmen einer Operation eine „Gewebeprobe“ („Biopsie“) aus dem Geschwulst entnommen wird, welche dann zur weiteren Untersuchung an den Pathologen geschickt wird. Das Ergebnis („Befund“) wird dann mit dem Chirurgen besprochen, der dann die Hauptoperation planen kann. Hier wird der Tumor mit einem ausreichenden „Sicherheitsabstand“ entfernt, der je nach Tumorart variiert. Je nach Ausdehnung des Tumors müssen manchmal in der Umgebung wichtige Strukturen wie Muskeln, Nerven, Gefässe oder auch Knochenhaut mit entfernt werden. Um die dabei entstehenden Defekte wieder zu verschliessen sind oftmals „plastische Rekonstruktionen“ durch Hauttransplantationen, örtliche Gewebeverschiebungen oder freie Gewebetransplantationen erforderlich. Ausserdem können spezielle Operationstechniken wie „Ersatzoperationen“ an den Gliedmaßen angeboten werden, um die durch die Tumorentfernung enstehenden Funktionsausfälle zu ersetzen.

 

Die Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH ist integraler Bestandteil der interdisziplinären Tumorkonferenzen.

 

Jeder Patient erhält so ein Therapiekonzept, das durch die Spezialisten der mitbehandelnden Fachdisziplinen Onkologie, Strahlentherapie und den chirurgischen Fächern festgelegt wird. Eine heimatnahe adjuvante Chemo- oder Strahlentherapie ist auch möglich.

Hauttumore

Bösartige Hauttumore wie das Basaliom oder das Plattenepithelcarcinom treten häufig an ehemals sonnenexponierten Körperarealen wie im Gesicht auf. Hier ist plastisch-chirurgische Expertise gefragt, wenn es um eine radiakale, vollständige Tumorentfernung mit Erhalt oder Rekonstruktion der Ästhetik und Funktion geht, beispielsweise bei Tumoren im Bereich der Augenlider, der Nase oder der Wange. Oft werden diese Operationen zweizeitig, das heisst in zwei Schritten durchgeführt. Im ersten Schritt erfolgt die Entfernung des Tumor mit Markierung der Randbereiche und eine vorläufige Defektdeckung durch eine Kunsthaut, welche für 10-14 Tage problemlos belassen werden kann und die Wunde nach aussen hin abschirmt. Der Pathologe untersucht nun das Gewebe besonders im Bereich der Ränder sorgfältig auf Tumorreste oder verdächtige Zellen, welche oft nicht mit bloßem Auge oder unter Lupenvergrösserung, jedoch gut unter dem Mikroskop erkennbar sind. Wenn die Ränder sicher tumorfrei sind, kann der entstandene Defekt mit lokalen Gewebelappen gedeckt werden, machmal werden auch freie Hauttransplantate oder freie Gewebetransplantate von anderen Körperteilen zur Deckung erforderlich. Bei der Rekonstruktion ist wichtig, dass die ästhetischen Einheiten und das spezifische Hautkolorit des Gesichtes berücksichtigt werden und die Narben möglichst unauffällig gelegt werden. 

Plattenepithelcarcinome können auch im Bereich von Verbrennungsnarben oder instabilen Narben von über zwanzig Jahre alten Verletzungswunden auftreten. Wenn ältere Narben wieder aufbrechen und über mehrere Wochen nicht zur Abheilung kommen, sollte dringend eine Gewebeuntersuchung durchgeführt werden, denn es könnte sich auch eine bösartige Entartung entwickelt haben.

Das maligne Melanom (der schwarze Hautkrebs) erfordert bei entsprechender Ausdehnung eine plastisch-rekonstruktive Behandlung und wird interdisziplinär mit Experten der Dermatoonkologie (spezialisierter Hautarzt) und Onkologie behandelt.

Weichteiltumore

Weichteiltumore fallen häufig zufällig, durch Wachstum und Grössenzunahme auf, meist ist eine schmerzlose Schwellung zu tasten. Häufig findet man gutartige Fettgeschwülste, sogenannte Lipome, die aber wenn sie in tiefere Schichten wie die Muskulatur vordringen, auch bösartig zu Liposarkomen entarten können.

 

Einige Weichteiltumore zeichnen sich durch lokales aggressives Wachstum aus, wie das Desmoid oder das Dermatofibrosarcoma protuberans.

 

Die Gruppe der Weichteilsarkome umfasst seltene, aber bösartige Geschwulste , die aus dem Fettgewebe, aus der Muskulatur oder auch von den peripheren Nervenhüllen entstehen können. In Abhängigkeit von ihrer Ausdehnung sind oftmals ausgedehnte operative Eingriffe notwendig, um diese Tumore radikal zu entfernen. Unser Tumorzentrum ist spezialisiert für derartige Eingriffe.