Ambystoma Mexicanum Bioregeneration Center

 

Regeneration ist in der Plastischen, Ästhetischen, Hand- und Wiederherstellungschirurgie von jeher ein zentrales Thema. Der Axolotl (Ambystoma mexicanum) stellt mit seinen ausgeprägten regenerativen Fähigkeiten einen idealen Modellorganismus für die Forschung dar. Ursprünglich in Mexiko beheimatet ist diese Art mittlerweile vom Aussterben bedroht. Neben dem Axolotl leben im Center mittlerweile weitere, zum Teil ebenfalls gefährdete, Arten mit interessanten Eigenschaften. Die Sicherung des Überlebens der Tiere bedeutet gleichzeitig die Sicherung einer wichtigen Ressource für die biomedizinische Forschung – nur rezente (nicht ausgestorbene) Arten ermöglichen Beobachtungen in vivo. Am AMBC findet beides statt: gezielte arterhaltende Zucht und biomedizinische Forschung – Nutzen für Mensch und Tier entsprechend der WHO-Forderung „health for all“. In unserer Einrichtung wird ausschließlich mit Nachzuchten geforscht um natürliche Bestände (so diese noch vorhanden sind) zu schonen. Studien sind grundsätzlich so angelegt, dass unsere Tiere dafür nicht ihr Leben lassen müssen. Zudem erarbeiten wir im Rahmen verschiedener Projekte Alternativen zu Versuchen am Tier und setzen diese im wissenschaftlichen Alltag bereits ein.

 

Zu unseren internationalen Kooperationspartnern zählen neben zahlreichen universitären Einrichtungen auch private Institute und Zoos. Seit der offiziellen Gründung im Jahr 2010 sind wir Ansprechpartner für Tierärzte, die immer häufiger mit dem Axolotl und anderen Ambystomatiden als Patienten konfrontiert sind. Wir bieten Ausbildung, Beratung und praktische Unterstützung zu den Themen Erkrankungen, Diagnostik, Therapie, Narkose und operative Techniken.

 

Die Ausstattung des Centers ermöglicht neben artgerechter Haltung, Pflege und Zucht, Forschung auf höchstem Niveau. Zum Team gehören Biologen, Ärzte mit mikrochirurgischer Ausbildung und VMTAs.

Im Center leben aktuelle folgende Arten:

 

Ambystoma gracile

Ambystoma mexicanum

Ambystoma mavortium mavortium

Ambystoma mavortium diaboli

Ambystoma opacum

Ambystoma tigrinum

Weiterführende Literatur

Abuqarn M et al. The yeast two hybrid system in a screen for proteins interacting with axolotl (ambystoma mexicanum) Msx1 during early limb regeneration, Biochim Biophys Acta, 2011.

 

Allmeling C, Fleck J: Ambystoma andersoni – Pflege und Zucht Aquaristik-Fachmagazin 2009, 207 Jahrgang 41(3):78-83.


Allmeling C: Threatened Newts and Salamanders of the Old World, Captive Care Management. Axolotl CCM, AG Urodela DGHT 2009.

 

Allmeling C: Zur Haltung und Entwicklung des Andersons Querzahnmolch Ambystoma andersoni Elaphe 2010, 18(3):30-38.

 

Allmeling C, Strauß S, Vogt PM, Reimers K. “Axolotl” (Ambystoma mexicanum) Haltungsbedingungen, Aufzucht sowie haltungsbedingte Erkrankungen. Amphibia  2013 ,12(1):5–8.

 

Menger B et al.  AmbLOXe - An Epidermal Lipoxygenase of the Mexican Axolotl in the Context of Amphibian Regeneration and Its Impact on Human Wound Closure In Vitro. Ann Surg 2010.

 

Reimers K et al.  Identification of the non-specific cytotoxic cell receptor protein 1 (NCCRP1) in regenerating axolotl limbs. J Comp Physiol B 2006, 176:599-605.

 

Strauß S et al. In vitro culture of skin cells from biopsies from the Critically Endangered Chinese giant salamander, Andrias davidianus (Blanchard, 1871) (Amphibia, Caudata, Cryptobranchidae). Amphibian and Reptile Conservation 2013, 5(4):51-63.